Kolumne
 Gaybodensee Kolumne

Hier greifen monatlich im Wechsel diejenigen zur Feder, die diese gleich ihrem Zungenschlag spitz einzusetzen wissen und schonungslos all das durchhecheln, was ihnen gerade auf der Leber brennt. Das Szenegeschehen wird zur Zielscheibe des Klatsch & Tratschs und oft ein gut gehütetes Geheimnis ganz beiläufig gelüftet. Kurzweil, Spannung und aufschlussreiche Erkenntnisse verspricht die Kolumne der Stars und Sternchen, die wir hier einzeln vorstellen.



Gaybodensee Transenparade

 

*** K O L U M N E  Februar 2019 ***



Bunte Narretei...



Olga Popova

ach, das gute alte Rosarot, die rosa Fastnachtssitzung im Konstanzer Schmitt's mit einer Showtreppe, die architektonisch bedingt direkt zu den WC-Anlagen führte und einer Showbühne mit VIP-Bereich im Rücken der Künstler. Aber es war jedes Mal ein Highlight für meine Mitschwestern und mich.
Was ist geblieben? Ordensauszeichnungen, schöne bis skurrile Erinnerungen und ein traditioneller Konstanzer Transenumgang in der Altstadt am Fastnachtssamstag. Man darf ja den Direktkontakt zu seinem Publikum nie verlieren. So werden Miss Understood, Wally Geier und ich unterstützt von einigen Getreuen auch in diesem Jahr als Paradiesvögelchen durch die fastnächtliche Stadt zwitschern.
Frau Hausmeisterin Bang Bang LaDesh putzt derweil lieber. Ihre Sache ist dieser bunte Rummel und der Schaulauf leider nicht. Während wir Alpträume in Pailletten darstellen, trägt sie Kittelschurz und Putzhäubchen zuhause.
Bunt ist ihre Kittelschurz auch, etwas "narrisch" (im bayerischen Geier-Slang gesprochen für ~erbost) kann sie auch werden, wenn man über frisch geputzte Fussböden latscht. So hat auch sie jedenfalls ihren Treppenhausumzug. Ob sie dabei Rosa-Rot skandiert, ist leider nicht überliefert.
Wenn wir durch die Gassen und Kneipen ziehen, umgibt uns das närrische Treiben der schwäbisch-alemannischen Fasnet, Hästräger der Narrenzünfte, Mäschgerle (also verkleidete Personen) und lautstarkes Getöse närrischer Musik der Kapellen. Manches Mal trifft man auch auf alte Bekannte, Frau Huber und Susi Tran etwa oder Helga Handschelle. Nur die altehrwürdige Frau Tina Lord ward lange nicht mehr gesichtet. Nun, ihre Rivalenz zu Frau Huber ist legendär, aber vor der Begegnung schreckte sie eigentlich nie zurück. Das kann Ausmaße annehmen wie beim Stierkampf im guten Espagna.
Und wir vermissen unseren alten Club Excalibur, in welchem bunt-närrische Après-Partys stiegen. Heute tanzen wir zu jeder Gelegenheit im Irgendwo. Aber das ist in Zeiten der gesellschaftlichen Pluralität und Buntheit kein Problem mehr oder vielleicht bei manchen wieder?
Nun es wird bunt, es wird närrisch und die Straßen sind übervoll, obwohl Fastnachtsmuffel oftmals in den Skiurlaub flüchten und in manchen Regionen die Fastnacht erst später beginnt, wie regelmäßig in der benachbarten Schweiz.
Ich wünsche jedenfalls allen eine glückselige fünfte Jahreszeit, schöne närrische Tage und treibt es dennoch nicht allzu bunt!

Euer strahlender Stern
Olga Popova


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